Die Trojaner

Teil 1

Hier geht es nicht um die alten Heldensagen der Ilias, die Rede ist von den Trojanern in unserem Sonnensystem. Eigentlich müßte der Titel „Griechen und Trojaner“ heißen, aber die Griechen sind bei den Astronomen seit vielen Jahren außer Gebrauch. Man spricht jetzt nur noch von Trojanern, wenn man diejenigen Objekte meint, die sich in den Gravitationsmulden sammeln, welche um die Librationspunkte L 4 und L 5 herum existieren.

Als sich im 18. Jh. der Mathematiker Lagrange mit dem kniffligen Dreikörperproblem beschäftigte, analysierte er auch den Grenzfall, daß der dritte Körper nahezu masselos sei, bzw. eine vernachlässigbar kleine Masse besitze, die auf die beiden großen Körper (z.B. auf Erde und Mond) nicht bzw. nicht meßbar einwirkt. Dann findet der dritte Körper in einem solchen System immer fünf Punkte, auf denen er in Ruhe verharren kann. Es sind die Librationspunkte L 1 bis L5.

Schemaskizze der Jupiter-Trojaner


L 1, L 2, und L 3 liegen alle auf der Verbindungsachse zwischen den beiden Himmelskörpern (L3 hinter dem größeren, L 2 hinter dem kleineren und L 1 zwischen beiden). Sie sind von sehr geringer Ausdehnung, viel mehr als ein paar Kilometer kann sich der dritte Körper nicht von diesen Punkten entfernen, ohne abzudriften. Aber auf der Umlaufbahn, die der kleinere Himmelskörper um den Größeren beschreibt, befinden sich auch noch L 4 und L 5, und zwar jeweils 60 Grad vor und 60 Grad hinter dem kleineren Körper. Diese Librationspunkte sind zwar theoretisch auch punktförmig, besitzen aber sehr ausgedehnte mandel- oder tropfenförmige Bereiche, innerhalb derer sich Raumschiffe, Raumstationen oder auch kleine Asteroiden auf stabilen Umlaufbahnen bewegen können.

De facto verharren sie in diesen "Gravitationsmulden" unbegrenzt, solange sie nicht durch starke Gravitationsfelder beschleunigt und quasi "über den Rand geschubst" werden.

 

 

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