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Ein Münsteraner im Weltall

Vereinsvorstand Michael Stennecken versuchte es als erster...

 Von Thomas Krämer



Mit der ersten bemannten Mission zum Mars wird es für ihn wohl nichts, aber ein Flug in die Erdumlaufbahn, wer weiß.... Auch wenn es mit dem Schuss in den Orbit nicht klappen sollte: Als erste Privatperson überhaupt einen Flug ins Weltall beantragt zu haben, das zumindest kann Michael Stennecken für sich reklamieren. Und obendrein erfolgreich, ganz ohne Sponsor oder öffentlichen Auftraggeber. "Das war 1996, als an Dennis Tito noch kein Mensch dachte", sagt der 40 jährige Raumfahrt-Begeisterte aus Münster. Und zum Beweis für seine damalige Pioniertat am Schreibtisch zückt er den Schriftverkehr mit dem russischen Raumfahrtkonzem RKK Energia aus seinen Akten.

Dieser bestätigte ihm vor fünf Jahren den Eingang seiner Anfrage in einem freundlich gehaltenen Schreiben. Viel wichtiger für Stennecken: Die Antwort enthielt ein konkretes Angebot der Russen, ihn als Weltraumtourist in einer Sojus-Trägerrakete mit zur Raumstation Mir zu fliegen - allerdings für den bescheidenen Kostenbeitrag von 23 Millionen Mark.

"Außerdem war das Angebot an mehrere Bedingungen geknüpft", erzählt der "spacige" Münsteraner: Zum einen an meine Gesundheit und an meine Russisch-Kenntnisse, die sehr gut sein mussten., Zum anderen die Gewähr, dass von mir als Passagier und meiner Ausrüstung keine Gefahr für die Besatzung, die Raumstation sowie das gesamte russische Volk ausgeht - was immer das auch heisst."

Um ihm die Teilnahme zu erleichtem, hätten ihm die russischen Partner sogar die Möglichkeit zu einem Crash-Kurs für Astronauten gegeben. Eventuell aber auch, um somit die Wahrscheinlichkeit der Reise ins All zu erhöhen und mit den Millionen des vermeintlich vermögenden Touristen aus Deutschland das eigene, notorisch knappe Budget aufzubessern.

Naturgemäß scheiterte die Buchung des Weltraumfluges am nötigen Kleingeld. Immerhin wäre sein Flug vor fünf Jahren noch deutlich günstiger ausgefallen als der kürzlich beendete einwöchige Orbit-Trip des texanischen Multi-Millionärs Dennis Tito. Dieser muss für seinen Aufenthalt im russischen Teil der Intemationalen Raumstation (ISS) 20 Millionen Dollar auf ein Moskauer Konto überweisen.

Aber Stennecken ist nun mal nicht Tito. Gedankenspiele zur Finanzierung der horrenden Summe erwiesen sich schnell als nicht realistisch. Etwa das Angebot, für 100 Mark pro Person Haarproben oder auf CD festgehaltene Unterschriften mit ins All schießen zu lassen. "Da müssten die Einwohner einer Stadt von der Größe Münsters mitmachen, um das Geld zusammenzubekommen, aber das ist blanke Theorie", weiß Stennecken nur zu genau. So bleibt der Aufenthalt im freien Raum für ihn ein Traum.

Das geschilderte Verfahren, Persönliches in die Erdumlaufbahn, zum Mond oder in die unendlichen Weiten des Kosmos zu schicken, wird in den Vereinigten Staaten übrigens kommerziell genutzt.

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